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Dienstag, 19. April 2011

Rehrücken im Bärlauchpestomantel mit Semmelkloßtalern und Kohlrabigemüse

Es war mal wieder Handballzeit (2. Bundesliga HSC 2000 Coburg - Haslach-Herrenberg-Kuppingen) am letzten Samstag. Obwohl, ich wollte da ja nicht mehr hingehen. Mit dem Platz für meine Dauerkarte habe ich das Glück zwei richtige „Experten“ vor mir sitzen zu haben, die mich wahnsinnig machen. Keine Ahnung, davon aber reichlich. Allerdings sind sie in einem so fortgeschrittenen Alter, dass ich wenig mit ihnen argumentiere. Wenn sie sich nur nicht immer nach hinten zu mir umdrehen würden.
Was war passiert? Der gegnerische Außen lief ein, stand am Kreis und erzielte ein Tor für die Gäste. Unser Außenverteidiger hatte nicht aufgepasst, stand zu weit vorn und erkannte den Einlauf nicht. Die Innenverteidigung musste auf einen Rückraumspieler heraustreten und der Außen verwandelte eben. Schuld nach Meinung der „Experten“: Der Torwart. Nächste Situation: Unsere Innenverteidigung konnte nicht den Wurfarm des Angreifers abdecken. Er stand zu sehr auf der Körperseite. Dieser zog den Wurf um die Hüfte des Verteidigers – Tor. Wer war schuld? Die „Experten“ sagten, der Torwart sei schuld. „Nimm ner raus, die Pfeife! Du den Howie nei! Der Gurkenzüchter soll in der Dritten spielen!“
Ich konnte es mir nicht verkneifen. Ich meinte, dass sie doch jetzt endlich mal ihr „Maul“ halten sollten. Kurz war Ruhe. Dann drehte sich der eine um und meinte: „Gell, Du hast in Deinem Leben noch nie Handball gespielt?“

Der Frühling scheint wieder da zu sein. Die Familie war wieder vollzählig. Die Bärlauchsaison geht langsam zu Ende. Die Wildsaison ist auch in den letzten Zügen. Den Rehrücken haben wir uns extra aufgehoben. Das Rezept für den Semmelkloß findet ihr hier. Wir haben die Kloßmasse in Frischhaltefolie gegeben und gerollt. 25 Minuten hat es gedauert bis sie gar waren. Mit der Soße habe ich es mir auch einfach gemacht. Da war noch reichlich übrig, als wir im Januar unser Weihnachtsessen nachholten. Sie wurde also nur aufgetaut und abgeschmeckt.


Zutaten:
1 ganzer Rehrücken
Wildgewürz
Salz
Butter, Olivenöl
2 Packungen Blätterteig
200 g Bacon
1 großes Glas Bärlauchpesto
1 Ei

500 g Kohlrabi
Hühnerbrühe
Salz
Muskat
Liebstöckel

25 g Bärlauch
200 g Sahne

Zubereitung:
Den Rücken auslösen und halbieren. Die Sehnen und Häute entfernen und mit Salz und etwas Wildgewürz würzen.

In wenig Butter und Olivenöl auf allen Seiten 30 Sekunden scharf anbraten und zur Seite stellen.

Den Blätterteig auslegen und etwas dünner ausrollen. Der Länge nach halbieren und die Hälfte mit Bärlauchpesto bestreichen, dabei aber einen freien Rand lassen. Auf das Pesto kommt eine Schicht Baconscheiben. Die Ränder des Blätterteigs mit verrührtem Ei bestreichen und das Rückenstück einwickeln. Die Ränder schon zudrücken und den Blätterteig mit dem Ei bestreichen. Auf ein Blech mit Backpapier legen und ab in den Ofen.

Der Backofen war auf 180°C Umluft vorgeheizt und nach 25 Minuten war das Reh fertig.

Der Kohlrabi wurde geputzt, geschält und in Scheiben bzw Stifte geschnitten. In wenig Hühnerbrühe ist er gegart worden, mit Salz und Muskat gewürzt. Kurz vor dem Servieren haben wir frischen, gehackten Liebstöckel untergehoben.

Die Bärlauchblätter habe ich fein geschnitten und mit etwas Sahne im Mixer püriert. Den Rest der Sahne haben wir geschlagen und dann unter die Schlagsahne die Bärlauchpaste gehoben.

Jetzt nur noch die Semmelkloßscheiben etwas in Butter anrösten. Fertig war unser Sonntagsessen.


Freitag, 8. April 2011

Wochensplitter 14/2011 02.04.11 – 08.04.11

Themen: Stimmung wie kurz vor dem Aufstieg, Bärlauchpesto, Muss man mit 80 noch Auto fahren?

Stimmung wie kurz vor dem Aufstieg
Zur Halbzeit wollte ich eigentlich nach Hause gehen und meine Dauerkarte verschenken. Was da die gut verdienenden, heimischen Profis beim Handballspiel HSC 2000 Coburg – HSG Düsseldorf boten war bezirksligareif (8:14). Es wird wohl ewig das Geheimnis des Trainers bleiben, warum er einen schwachen Michal Shejbal im Tor so lange spielen ließ. Wenn er schon nichts hält, soll er wenigstens spielen, er hat ja genug gekostet. Es gibt einige(s), wovon sich Coburg trennen sollte. Dann kam die zweite Halbzeit. Meine lieben Spieler, ich frage mich manchmal ob ihr ein solches Publikum überhaupt verdient habt. Ein, zwei gelungene Aktionen durch Alexander Auerbach und das Publikum stand. Schritt für Schritt wurde der Vorsprung der Gäste kleiner. Stets informiert durch den Hallensprecher („Jetzt noch zwei!“) wurden den Rheinländern die Knie weich. Keine Auszeit half und die Coburger, ohne Rose und Kästner, spielten sich in einen Rausch. Das Publikum tobte. Mit dieser Leistung hätte der HSC kein einziges Heimspiel verloren. Endstand 28:24! Schade, denn jetzt geht es wohl in die 3. Liga, wenn nicht besser positionierte Mannschaften auf die 2. Liga verzichten.

Bärlauchpesto
Erster Teil der diesjährigen Bärlauchernte. Das Pesto haben wir in 6 Gläser gefüllt. Auf dem Plan stehen noch Bärlauchspätzle und Bärlauchbutter. Insgesamt werden wir dieses Jahr, grob geschätzt, 1 kg ernten. Es wird immer mehr. Herrlich, dieses „Unkraut“. Das Bärlauchpesto-Rezept gibt es hier.



Augen auf! Oder: Muss man mit  mehr als 80 noch Auto fahren?
Ich weiß nicht, warum. Als ich am Montag kurz mit dem Motorrad zum Einkaufen fuhr, sah ich in 300 Metern vor mir einen älteren Mercedes mit einer noch älteren Dame am Steuer. Sie wollte nach links abbiegen. Die Straße war auch frei, sie fuhr nicht los. Ich wurde plötzlich misstrauisch, war bremsbereit und rechnete mit allem. Etwa 10 Meter bevor ich auf Höhe des Mercedes war, fuhr sie an, geschätzte 80 Jahre, eine Brille aus Weizenbierglasböden. Das Quietschen meines Hinterrades ignorierte sie. Ich bin fest davon überzeugt, dass sie mich überhaupt nicht gesehen hat. Ich schaffte es, an dem Heck ihres Wagens vorbei zu kommen. Muss man, wenn man nichts mehr sieht, nichts mehr hört und nicht mehr reagieren kann, noch Auto fahren? Warum muss man bei uns eigentlich nicht regelmäßig seine Fahrtauglichkeit bei einem Arzt prüfen lassen? Es gäbe sicher ein paar Tote weniger. Ich werde diesen Montag so schnell nicht vergessen.

Freitag, 18. März 2011

Wochensplitter 11/2011 12.03.11 – 18.03.11

Themen: Angelsaison eröffnet, Thai-Küche für Anfänger - Band 1 -2. Auflage, Bärlauch satt!

Angelsaison eröffnet
Nachdem es am Dienstag noch satte 17°C bei uns hatte, war ich mit dem Motorrad unterwegs und habe den Köstener Baggersee einmal besucht. Überall waren Angler mit guten Fangergebnissen, aber nur an der windzugewandten Seite. Logisch, weil da sammelt sich das wärmere Wasser an der Oberfläche und drückt das kalte Wasser in die Tiefe. Am Mittwoch war ich dann auch unterwegs. Böiger Wind, 7°C! Es war schweinekalt. Das Deprimierende kam noch. Rechts neben mir etwa 100 Meter entfernt kamen zwei Angler an, angelten etwa 1 Stunde und fingen jeder 2 Karpfen. Dann packten sie ihre Sachen ein, die Fanggrenze war schließlich erreicht, und fuhren wieder weg. Ich hatte noch nichts. Eine Stunde später trafen wieder zwei Angler ein. Beide Anfänger, sie erzählten von der bestandenen Prüfung im letzten Jahr. Schon 5 Minuten später ging es los. Binnen kürzester Zeit hatte jeder  seine zwei Karpfen. Es wurde sogar so hektisch an ihrem Angelplatz, dass ich ihnen beim Keschern half. Nach etwa einer Stunde verließen auch sie ihren Angelplatz. Ich hatte noch nichts. Doch, etwas hatte ich. Viele gute Tipps von den beiden „Anfängern“, die es einem „alten Hasen“ so richtig gezeigt hatten. Am Freitag probiere ich die Tipps aus.

Thai-Küche für Anfänger, Band 1, 2. Auflage
Moni brachte mich darauf, mein Buch hat keine Seitenzahlen. Und wie oft habe ich kontrolliert, verbessert und wieder kontrolliert. Trotzdem ist es mir nicht aufgefallen. Jetzt gibt es die 2. Auflage. Ich habe noch ein paar Rezepte hinzugefügt, so dass es jetzt 46 sind. Außer Seitenzahlen findet man jetzt auch ein Stichwortverzeichnis, ein Vorwort und ein ausführliches Impressum. Den (hoffentlich) einzigen Rechtschreibfehler (ist anstatt isst), den die Word-Rechtschreibprüfung nicht findet, habe ich auch ausgebessert. Anstatt 88 Seiten hat das Buch jetzt 100 Seiten und 49 Bilder. Damit ließ sich der alte Preis leider nicht halten. Jetzt muss man schon 13,90 € für Vorspeisen und Suppen hinlegen. Es lohnt sich aber trotzdem.

Bärlauch satt!
Wie schön ist es wieder die grünen Spitzen von diesem leckeren Kraut in meinem kleinen Vorgarten zu sehen. Ich freue mich jetzt schon auf Pestos, Suppen, gefüllte Fleischstücke. Wir haben uns letztes Jahr streng an die Vorgabe gehalten, dass ein Drittel der Blätter stehen bleibt. Mal sehen ob sich diese Vorsichtsmaßnahme gelohnt hat und wir dieses Jahr noch mehr als letztes Jahr ernten. Letztes Jahr hatten wir ziemlich genau 1000 Gramm.


Donnerstag, 13. Mai 2010

Bärlauchbutter

Ein paar Bärlauchblätter konnten wir noch ernten, ohne dass wir die Ernte für 2011 gefährdeten. So habe ich auf einer Fläche von etwa einem Quadratmeter fast 500 g Bärlauchblätter gesammelt. Ich finde, das ist ganz schön viel. Ich habe nämlich keinen "grünen" Daumen. Wer meine Bonsai-Bäumchen gekannt hat, der weiß das. 
Ach ja, zu unserer Bärlauchbutter gab es gebratene Hähnchenschenkel und Spargel.

Zutaten:
250 g Butter
50 g Bärlauch
Salz
Pfeffer
1 Zitrone

Zubereitung:
Den Bärlauch waschen, trockenschleudern und in schmale Streifen schneiden.

Die Bärlauchstreifen in die weiche Butter einrühren und die Buttermasse salzen und pfeffern.

Den Zitronenabrieb einer unbehandelten Zitrone hinzufügen und mit etwas Zitronensaft abschmecken.

Die Butter auf eine Frischhaltefolie geben und einrollen und in den Kühlschrank geben. Fertig.

Mittwoch, 5. Mai 2010

Lachs mit Bärlauchkruste

Etwas von der Bärlauchkruste war noch übrig. Der Supergau mit Rehrücken war verkraftet und wir haben noch einmal einen Versuch gestartet mit Lachs. Dieses Mal waren wir erfolgreicher. 

 Nach den 20 Minuten haben wir zwar festgestellt, dass der Lachs etwas zu heiß gegart wurde, das Gesamtergebnis war aber trotzdem wie es sein sollte. Reis passt dazu oder auch Kartoffeln mit einer Sauce Hollandaise.

Mittwoch, 28. April 2010

Rehrückenfilets mit Bärlauchkruste und Laugenbreznknödeltaler

Es sollte am Sonntag der Höhepunkt unserer kleinen Bärlauchsaison werden. Dann passierte es eine halbe Stunde vor dem geplanten Essenszeitpunkkt. Notruf aus unserem Lieblingslokal "Eichhörnchen". Sie brauchten Unterstützung. Also verschoben wir das Mittagessen. Ich blieb zuhause und sollte das Essen rechtzeitig fertig haben. Kein Problem! Wenn man schon die Uhr ablesen kann. Wenn ein Rehrücken in 20 Minuten fertig ist, ist er in 25 Minuten gerade noch genießbar (bei großem Hunger)! :-( Und es wäre so lecker gewesen. Ich wollte ein Zartrosa an der Schnittstelle des Fleisches sehen. Beim nächsten Mal wird es besser.


Zutaten:
1 Rehrücken
200 g Bärlauchpesto
100 g Parmesan
50 g Paniermehl
2 Eigelb
50 g Butter
Salz
Pfeffer
1 Zitrone

250 ml Rehfond
100 ml Fleischbrühe
200 g Sahne
Wildgewürzmischung
1 TL Mehlbutter

Zubereitung:
Den Rehrücken vom Knochen lösen und alle Sehnen usw. entfernen. Jeder der zwei Rückenstränge wird in 3 gleich große Teile geschnitten.

Für die Bärlauchkruste wird Bärlauchpesto, geriebener Parmesan, Paniermehl, Eigelb, weiche Butter, Salz, Pfeffer und Zitronensaft mit einer Gabel zu einer Paste vermengt.

Laugenbreznknödel nach Rezept herstellen (siehe mein Kalbsbrustrezept), etwas abkühlen  lassen, in Scheiben schneiden und in Butter goldgelb ausbacken.

Aus Rehfond, meiner Wildgewürzmischung und etwas Sahne wird eine Soße gekocht und mit der Mehlbutter etwas eingedickt.

Die Rehrückenstücke werden in einer heißen Pfanne auf allen Seite kurz angebraten. Die Fleischstücke auf ein Blech mit Backpapier geben. Dann wird „Bärlauchpaste“ gleichmäßig ½ cm stark auf die Rehrückenstücke gegeben.

Mit Oberhitze wird das Fleisch im Backofen ca. 20 Minuten gratiniert. Wer den Rehrücken gern innen noch etwas rosig haben möchte, sollte das Fleisch auf keinen Fall länger im Backofen lassen. Auf keinen Fall!!

Dienstag, 20. April 2010

Bärlauchpesto


Im Vorgarten wuchert es regelrecht. Schöne, sattgrüne Blätter – wenn man sie bricht, verströmt ein ganz leichter Knoblauchgeruch. Dieses Jahr haben wir besonders viel Bärlauch. Selbst unser Nachbar profitiert (gern) davon. Bei ihm sprießt der Bärlauch auch schon. Wie viel soll man ernten? Ich möchte auf keinen Fall alles wegnehmen, sonst ist es mit der Pracht nächstes Jahr vorbei. Also nur 2/3 der Blätter einer Pflanze ernten. Der Rest bleibt, damit sich der Bärlauch erholt und uns nächstes Jahr wieder reichlich beschenkt.

 
 Zutaten:
100 g Bärlauch
50 g Pinienkerne
100 g Parmesan
150 ml Oivenöl
Salz

Zubereitung:
Der Bärlauch wird gründlich gewaschen, trockengeschleudert und dann in schmale Streifen geschnitten.

Die Pinienkerne in der trockenen Pfanne goldgelb rösten. Nicht zu dunkel werden lassen.

Den Parmesan grob reiben.

Bärlauch, Pinienkerne und Parmesan mit Olivenöl vermengen und mit dem Stabmixer zu einer geschmeidigen Paste zerkleinern. Mit Salz abschmecken. Fertig!
 
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Blog-Event LII - Soulfood - Futter für die Seele (Einsendeschluss 15. Januar 2010)