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Mittwoch, 2. November 2011

Hirschgulasch als Schweinskarree-Ersatz

Eigentlich sollte es gestern ein schönes Schweinekotelettstück (Karree) geben.  Es sollte nach "Schäufele"-Art mit einer schönen, dunklen Biersoße zubereitet werden. Dazu hätten ein paar leckere Klöße gepasst und schon wäre das Feiertagsessen fertig. So weit der Plan.

Als wir jedoch am Samstag in unserem Lieblings-Dorfladen standen, gab es kein Schweinekotelettstück mehr. Damit muss man ganz einfach rechnen. Wenn man so etwas nicht akzeptieren kann, bleibt nur der Weg zum Discounter und der Griff zur schlechteren Qualität. Ihr Mann hätte einen Hirsch geschossen und es sei noch etwas Gulasch da, meinte die Chefin des Hauses. Spontan entschieden wir uns für den Hirsch. Ein guter Griff, wie sich gestern herausstellte. Vollmundig hatte ich noch selbstgemachte Nudeln angekündigt. Die sind letztlich aus Zeitgründen ausgefallen. Geschmacklich waren aber auch die "schnellen" Bratkartoffeln nicht schlecht.


Zutaten:
1000 g Hirschgulasch
20 g Butter
Olivenöl
150 g geräucherter Bauch
1 Zwiebel
2 Möhren
½ Sellerieknolle
2 EL Tomatenmark
Salz, Pfeffer
1 Sternanis
2 cm Zimtstange
Wacholderbeeren
Piment
2 cl Williams Christbirne
150 ml Trollinger
2 Lorbeerblätter
Thymian
0,5 l Wildfond
200 g Sahne
1 EL Speisestärke, Wasser

Kartoffeln
1 Zwiebel
Salz, Pfeffer, Paprikapulver

2 Birnen
1 Zitrone
2 cm Zimtstange
Nelken
Trollinger
Preiselbeeen

Zubereitung:
Den Bauch in Streifen schneiden, die Möhren und die Sellerieknolle schälen und ebenfalls in 2 cm-Scheiben/Würfel schneiden. Die Zwiebel würfeln.

Sternanis, Zimt, Wacholderbeeren, Piment und die Lorbeerblätter werden in ein Teefilterbeutelchen gegeben. Der Thymian wird, nach dem Waschen, in einen anderen Teefilterbeutel gegeben und verknotet.

Das Fleisch wird in der Butter-Olivenölmischung scharf angebraten. Die Speckwürfel und die Zwiebelwürfel dann mitbraten lassen. Das Tomatenmark dazugeben und unterrühren. Salzen und pfeffern.

Mit dem Willy und dem Trollinger ablöschen und die beiden Teefilterbeutelchen dazugeben. Dann etwa 90 Minuten bei geschlossenem Deckel leicht köcheln lassen. Auf meinem Induktionsherd war das nach kurzer Zeit die Stufe 1.

In der Zwischenzeit die geschälten, rohen Kartoffeln hobeln und nach etwa 60 Minuten mit Zwiebelwürfeln in die Pfanne geben und langsam knusprig braten lassen.

Die Birnen schälen, halbieren und entkernen. Dann in einen Topf geben und knapp 10 Minuten im Trollinger mit Zitronenvierteln, der Zimtstange und ein paar Nelken köcheln lassen.

Am Schluss für etwas mehr und auch bessere Soße kommen noch der Wildfond und die Sahne hinzu. Eventuell noch einmal nachwürzen und dann mit etwas Speisestärke abbinden.


Dienstag, 23. August 2011

Schweinekamm aus dem Kugelgrill mit Kartoffelsalat und Tzatziki


Was für ein Wetter! Erst meckern über die Kälte, dann meckern über die Hitze! Wem kann man es heute noch Recht machen? Gut 25°C früh um 10.00 Uhr ist schon viel.  Filou, unser Labbi genießt sein tägliches, mittägliches Bad im Main und will gar nicht mehr aus dem Wasser heraus. Für ihn ist die Abkühlung wie ein Schluck aus dem Lebensbrunnen. Es ist schon lange her, dass er so getobt hat. Wenn es dann für ihn dann wieder zu warm war, schnell ins Wasser hüpfen, dann wieder raus und im größten Dreck gewälzt. Ach, das Leben ist so schön!

Das Stück Schweinekamm hat einfach herrlich ausgesehen. Und testen wollten wir den neuen Gasgrill sowieso. Also, knappe 1,2 kg Fleisch vorbereiten. Aus frischem Rosmarin, Thymian, Salz, Pfeffer, Chilipulver, Paprika, Petersilie, Piment, Lorbeer wird eine schöne „Sonnenschutzcreme“ vorbereitet. Der Rest war Routine. Das Fleisch rechtzeitig und ausgiebig „eincremen“, dann etwas ruhen lassen. Dann den Grill anschmeißen und das Fleisch auf den Rost legen. Deckel drauf und bei ca. 220°C knappe 2 Stunden liegen lassen. Das einzige Manko des Gasgrills ist das exakte Einstellen der Grilltemperatur. Selbst Millimeter neben der „Low“-Einstellung geht die Temperatur schon auf 250°C. Aber mit etwas Fingerspitzengefühl lässt es sich schon einregeln.


Für die Marinade:
Frischer Rosmarin
Frischer Thymian
Frische Petersilie
Frische Lorbeerblätter
Salz
Pfeffer
Scharfes Paprikapulver
Chilipulver
Piment
Distelöl


Zubereitung:
Das Fleisch knappe 2 Stunden bei ca. 220 °C im geschlossenen Kugelgrill garen lassen. In dieser Zeit haben wir unsere Beilagen, Kartoffelsalat und Tzatziki, zubereitet.


Mittwoch, 3. August 2011

Wan Tan oder Dim Sum oder Ravioli? Oder Coburger Thai-Maultaschen?


Wie soll ich diese großen gefüllten Nudeln nennen? Auf die Füllung oder auch  „die inneren Werte“ kommt es an. Chili, Ingwer und Knoblauch gehen eigentlich in Richtung Thai-Küche, das Coburger Bratwurstbrät aber in Richtung oberfränkische Maultaschen. So was geht ja überhaupt nicht, werden jetzt alle schwäbischen Köche aufstöhnen. Coburger Bratwurstbrät, grob und bereits mit Salz, Pfeffer, Muskat und Zitronenabrieb gewürzt, ist aber auch nichts Thailändisches.  Von allem ein bisschen, vielleicht nenne ich sie dann doch besser Coburger Thai-Maultaschen.


Zutaten für die Brühe:
2 l Wasser
Wurzelgemüse
½ Zwiebel mit Schale
2 Beinscheiben
Salz, Pfeffer
Sternanis
Lorbeerblatt

Zutaten für den Nudelteig:
240 g Weizenmehl
60 g Hartweizengrieß
3 Eier
1 TL Olivenöl
1 TL Salz

Zutaten für die Füllung:
1 rote Chili (entkernt und in Streifen geschnitten)
1 TL frisch geriebener Ingwer
Zitronenabrieb
5 Coburger Bratwürste oder 500 g Bratwurstbrät
1 Karotte (in Julienne geschnitten)
1 Knoblauchzehe (fein gehackt)

Zubereitung:
Wasser mit dem Sternanis und dem Lorbeerblatt zu Kochen bringen. Das geputzte und fein gehackte Wurzelgemüse (Karotte, Sellerie und Lauch) zusammen mit den Beinscheiben etwa 90 Minuten köcheln.  Dann salzen und pfeffern.

Die Zutaten für den Nudelteig gut verkneten und den so vorbereiteten Teig 15 Minuten im Kühlschrank kühl stellen.

Die Bratwürste ausstreifen und mit den restlichen Zutaten für die Füllung gut vermengen und kühl stellen.

Aus dem vorgekühlten Nudelteig breite Nudelbahnen walzen.

Die Brühe über ein Sieb abgießen, das Fleisch in kleine Würfel schneiden. Die Brühe mit den Fleischwürfeln zum Kochen bringen.

Auf eine ausgelegte Nudelbahn wird die Füllung mit einem Löffel aufgebracht, die Ränder werden mit Eiweiß bestrichen. Eine zweite Nudelbahn wird darauf gelegt und dann wird die obere Bahn auf die untere gedrückt. Die Ränder werden ebenfalls zusammengedrückt. Ich habe dazu einen Kochlöffel verwendet.

Die so vorbereiteten  Wan Tan? oder Maultaschen? werden in der kochenden Brühe etwa 12 Minuten gekocht. Ich habe  einfach eine Maultasche zum Testen auseinander geschnitten.

Die Maultaschen werden in der Brühe serviert.

Dienstag, 31. Mai 2011

Forelle, in Bärlauchöl gebraten, mit gebratenem Gemüse und Oliven-Tomatensoße


Am Freitag waren wir wieder mal zu dritt. Der Junior ist gerade im Endspurt zur Optiker-Meisterprüfung und wir wollten etwas Leckeres für ihn kochen. In irgendeiner Fernsehsendung hatte ich die Beilage mit dem gebratenem Gemüse und der Oliven-Tomatensoße gesehen. Die meiste Arbeit hatte ich mit der Tomatensoße, der Rest ging ziemlich schnell.


Zutaten Oliven-Tomatensoße:
2 EL Olivenöl
1 Zwiebel
1 EL Zucker
4 Knoblauchzehen
150 ml Rotwein
350 ml Geflügelbrühe
1 TL Chiliflocken
3 Sardellenfilets
2 EL Kapern
400 ml passierte Tomaten
400 ml Dosentomaten
Salz
Pfeffer
170 g grüne Oliven
2 Lorbeerblätter

Zutaten Gemüse:
400 g Kartoffeln
2 Auberginen
4 rote und gelbe Paprikas
Salz
Pfeffer
Paprikapulver

Zutaten Forellen:
3 knackfrische Forellen à 350 g
Mehl
Bärlauchöl

Zubereitung Tomatensoße:
Die Zwiebel fein würfeln und mit Olivenöl anschwitzen. Den Zucker dazugeben und karamellisieren lassen. Die fein gehackten Knoblauchzehen dazugeben. Wenn der Knoblauch langsam Farbe bekommt, mit dem Rotwein ablöschen und einreduzieren.

Chiliflocken, fein gehackte Sardellenfilets und Kapern dazugeben und mit Geflügelbrühe auffüllen.  Dann kommen die Tomaten dazu. Die Dosentomaten davor (oder im Topf) etwas mit der Gabel zerkleinern.

Salzen und pfeffern, klein gehackte Oliven und die Lorbeerblätter dazu und wenigstens 60 Minuten schön langsam köcheln lassen. Die Soße soll richtig einkochen.

Für das Gemüse werden die Kartoffeln geschält, in Scheiben geschnitten und in Butterschmalz gebraten. Gewürzt wird mit Salz, Pfeffer und scharfem Paprikapulver. Die Kartoffelscheiben dann auf Küchenpapier entfetten.

Die Auberginen und die geschälten Paprika werden ebenfalls gebraten, gewürzt und entfettet.

Dann die Kartoffeln, Auberginen und Paprika in einer feuerfesten Form schichten. Wenn die Tomatensoße fast pastenartig ist, die Soße auf die Paprikas geben und alles für 10 Minuten im Backofen grillen. 


In der Zwischenzeit die Forellen säubern, salzen, an der Seite einschneiden und in Mehl wenden. 2x5 Minuten werden sie in Bärlauchöl angebraten und dann serviert.

Dienstag, 17. Mai 2011

Hackpfanne mit Nudeln

Die Handballsaison neigt sich dem Ende zu. Das letzte Heimspiel am Samstag konnte gegen einen schwachen Gegner souverän gewonnen werden (35:26 gegen OSC Rheinhausen). Ums Spiel herum war nicht alles so positiv. Da erklärt der Chef der Coburger HSC 2000 GmbH Jochen Knauer am Freitagabend dem Spieler Sebastian Munzert, dass man in der neuen Saison auf seine Dienste verzichten werde. Ob das der richtige Zeitpunkt ist? Na ja, über Stil könnte man mit den Verantwortlichen seit Jahren streiten. Dann passiert es aber am Samstagmorgen! Der Torschützenkönig der 2. Handball-Bundesliga, der Coburger Alexander Auerbach informiert den Verein, dass er ab der kommenden Saison nicht mehr für den HSC spielen wird. Die Bombe hat eingeschlagen. Da wird wohl Alexander seinen Kumpel Sebastian begleiten. Für den Geschäftsführer kam das "völlig überraschend". Für mich ist es konsequent. Wann endlich werden Profis in diesem professionellen Geschäft tätig?

Früher hatten wir solche schnell zubereiteten Sachen sehr oft. Großes Können bei dieser Art von Kochen ist nicht nötig. So wäre es dann auch ein Rezept für einige HSC-Verantwortliche. Wichtig sind eigentlich nur gute Zutaten, der Rest geht von allein. Das ist beim HSC dummerweise nicht der Fall.



Zutaten:
500 g Rinderhack
20 g Butter
2 EL Olivenöl
Salz
Pfeffer
1 Zwiebel
½ l Hühnerbrühe
1 TL Fünf-Gewürze-Pulver
1 Prise Peperoncino-Pulver
1 TL Thymian
1 TL Oregano
2 Lorbeerblätter
200 g saure Sahne

Zubereitung:
Rinderhack scharf anbraten. Zwiebel fein würfeln und dazugeben.

Mit Fünf-Gewürze-Pulver, Peperoncino-Pulver, Thymian, Oregano, Lorbeerblätter, Salz und Pfeffer würzen und ½ l Hühnerbrühe dazugeben.

Auf niedrigster Stufe etwa 60 Minuten köcheln lassen.

Saure Sahne dazugeben, noch einmal mit Salz und Pfeffer abschmecken. Jetzt nicht mehr kochen lassen.

Die Nudeln nach Packungsanweisung garen und dann in wenig Olivenöl und Butter anrösten.

Montag, 21. Februar 2011

Nachgekocht: Moussaka von „tobias kocht“

Mein Ordner mit den Rezepten, die ich irgendwann einmal nachkochen möchte, wird immer größer. Leckerste Sachen habe ich da kopiert. Ich werde wahrscheinlich im ganzen Leben nicht alles probieren können. Von meinen Kochbüchern will ich da erst gar nicht schreiben.  Das erste Blogger-Rezept, das ich nachkochen möchte ist die Moussaka von „tobias kocht“. Das Rezept ist sehr einfach und man könnte es als absolutes „Slow Food“ bezeichnen. Die einzige Hürde ist, die Bechamelsoße nicht anbrennen zu lassen. Na ja, das klappte gerade noch. ;-)
Eine Moussaka war das erste griechische Gericht, dass ich 1976 in dem ersten griechischen Restaurant Coburgs aß, das am Steintor bei der Abzweigung zur Unteren Realschulstraße lag. Dieser erste Kontakt hat schon etwas geprägt. Ich habe dann alle möglichen Gerichte versucht. Ein anderer Renner war gegrillter Oktopus. Nie aber hatte ich ein Rezept, das mir nachkochenswert erschien. Das änderte sich als ich den Post bei „tobias kocht“ fand. Das Ergebnis war köstlich und wird mit Sicherheit wiederholt werden.


Zutaten:
Olivenöl
1 Zwiebel
500 g Rinderhack
2 Knoblauchzehen
1 Dose Tomaten
250 ml Rotwein
2 Lorbeerblätter
½ Stange Zimt
3 EL Tomatenmark
2 TL getrockneter Thymian
2 TL getrockneter Oregano
2 Auberginen
6 Kartoffeln
Olivenöl
200 g Butter
4 EL Mehl
400 ml Milch
Salz, Pfeffer
1 Ei (hab ich vergessen)

Zubereitung:
Die fein gehackte Zwiebel in wenig Olivenöl anbraten. Sobald sie etwas Farbe bekommen, den fein gehackten Knoblauch und das Hackfleisch dazugeben. Mit Geduld das Hackfleisch durchbraten, dann die gestückelten Dosentomaten, das Tomatenmark, Thymian, Oregano und die Zimtstange dazugeben. Alles gut unterheben, dann mit Wein aufgießen und die Lorbeerblätter dazugeben.

Sechs mittelgroße Kartoffeln habe ich geschält und in möglichst gleich dicke Scheiben geschnitten. In einer großen Pfanne habe ich die Kartoffeln mit wenig Olivenöl gebraten. Auf Salz und Pfeffer habe ich, rezeptgemäß, verzichtet. Die beiden Auberginen habe ich in gleich dicke Scheiben geschnitten und nicht geschält. Dann habe ich sie in einer beschichteten Pfanne fettfrei gebräunt.

Die gebratenen Kartoffeln durften in der Zwischenzeit etwas abkühlen. Erst dann habe ich sie in einer großen feuerfesten Form geschichtet. Darüber habe ich dann die Auberginenscheiben gelegt. Die Hackfleischmasse hatte in der Zwischenzeit eine schöne, fast cremige Konsistenz. Ich hätte sie immer wieder probieren können. Jetzt habe ich nur noch den Zimt und die Lorbeerblätter herausgefischt und dann glatt und eben auf die Auberginen gefüllt.

Für die Bechamel habe ich die Butter im Topf schmelzen lassen und dann das Mehl untergerührt und angeschwitzt. Bei nicht zu viel Hitze wird dann die Milch mit einem Schneebesen eingerührt. Jetzt hätte ich den Topf vom Herd ziehen müssen und eigentlich ein Ei dazugeben sollen. Das Ei habe ich leider vergessen. Es ging aber auch so. Salz und Pfeffer dazu, die Konsistenz (wie Joghurt) hat gepasst. Zusätzliches Wasser war nicht nötig.

Die Bechamelsoße wird dann auf die Hackfleischmasse gegeben. Zwischenzeitlich habe ich schon den Backofen auf 200°C vorgeheizt. Die Moussaka soll eine Stunde im Ofen backen. Dann wird der Ofen ausgeschaltet. Die Moussaka bleibt im Ofen bis der Ofen abgekühlt ist. Zum Abendessen haben wir den Ofen nur noch einmal eingeschaltet und die Moussaka aufgewärmt. Göttlich! Ein super Rezept, danke Tobias!


Mittwoch, 5. Januar 2011

Rehkeule(n) mit Semmelklößen und Blaukraut

Weihnachten hat einfach zu wenige Feiertage. Das sage ich, obwohl ich froh bin, dass der ganze Trubel vorbei ist. Ich wollte meine Eltern Weihnachten zum Mittagessen einladen. Bei drei zur Verfügung stehenden „Feiertagen“ und drei Geschwistern, wird mein Problem deutlicher. Gut, dieses Jahr war ich mit meiner Einladung zu spät dran. Der „Besuchsplan“ meiner Eltern stand schon, also haben wir unser Essen ganz einfach in das neue Jahr gelegt. Insgesamt mit Kindern und Schwiegertochter waren wir sieben Personen. Als Dessert gab es übrigens Bayerisch Creme mit Orangen-Trauben-Cranberry-Ragout. Dieses Rezept gibt es demnächst auch hier.

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich mir zwei Kochbücher von Alfons Schuhbeck zugelegt. Aus seinem Kochbuch „Bayerisch genießen“ vom Weltbild-Verlag habe ich die Soße. Ich habe den Soßenteil seines Rezepts „Rosa gebratener Maibockrücken mit Weißbierknödel“ etwas abgewandelt. Der Alfons hätte wohl zu meinem Kochergebnis gesagt: „So schlecht war’s ned!“  Ich als Franke hätte gesagt: „Bassd scho!“ Wir hätten beide das gleiche gemeint: Lecker!


Zutaten für die Soße:
Rehknochen (Kamm, Rippen, Hüfte)
½ Sellerie
2 Petersilienwurzeln
2 Möhren
1 EL Puderzucker
1 EL Tomatenmark
450 ml Rotwein
2 l Hühnerbrühe
5 Wacholderbeeren
10 Pimentkörner
1 Lorbeerblatt
2 Scheiben Ingwer
2 Scheiben Knoblauch
1 TL Holunder-Orangenmarmelade
1 EL Preiselbeermarmelade
2 cl Erdbeerlikör
Salz
Pfeffer

Zubereitung:
Die Rehknochen kurz abwaschen und evtl. Fellhaare entfernen. Den Backofen auf 200°C vorheizen.

Die Rehknochen insgesamt 60 Minuten im Backofen rösten. In der Zwischenzeit Sellerie, Petersilienwurzeln und Möhren schälen, putzen und klein würfeln. Die Gemüsewürfel werden nach 30 Minuten zu den Knochen zum Mitrösten gegeben.

In der Zwischenzeit in einem großen Topf Puderzucker hell karamellisieren lassen, Das Tomatenmark dazu geben, etwas anrösten lassen und mit einem Drittel des Rotweins ablöschen. Jetzt reduzieren lassen und wieder ein Drittel des Rotweins hinzufügen. Dieser Vorgang wird mit dem Rest des Rotweins wiederholt.

Die gerösteten Knochen werden mit dem Gemüse in den Topf zur Rotweinreduktion gegeben. Ausgetretenes Fett darf auf dem Blech bleiben. Mit Hühnerbrühe so viel auffüllen, dass die Knochen gerade mit Flüssigkeit bedeckt sind. Aufkochen lassen und gerade so viel Hitze geben, dass es nicht kocht. Zwei Stunden ziehen lassen.

Die Knochen und die Brühe durch ein Sieb in einen Soßentopf schütten. Wacholderbeeren, Piment und Lorbeerblatt in einen Einweg-Teebeutel geben und 10 Minuten und noch einmal etwas einkochen lassen. Wenn sich Schaum an der Oberfläche bildet, mit der Schaumkelle entfernen.

Ingwer und Knoblauch etwa 5 Minuten mitziehen lassen und dann wieder herausnehmen. (Alfons Schuhbeck hätte jetzt unbehandelte Orangenschale noch dazugegeben und mit Salz, Pfeffer, Johannisbeerkonfitüre und Cassislikör abgeschmeckt). Ich habe Holunder-Orangenmarmelade und Preiselbeermarmelade hinzugefügt und mit dem Schneebesen verrührt. Zum Schluss kam noch ein Schuss selbstgemachter (nicht von mir) Erdbeerlikör dazu. Abgeschmeckt habe ich noch mit Salz und Pfeffer.

Damit war die Soße fertig. Die Soße habe ich allerdings schon Mitte Dezember vorbereitet und dann eingefroren.

Zutaten für den Rehbraten:
2 Rehkeulen ohne Knochen (ca. 3,9 kg)
 Salz, Pfeffer, Wildgewürz
400 ml Wildfond

Zubereitung:
An den Rehkeulen werden zunächst Häutchen und Sehnen entfernt. Die Knochen habe ich schon vorher ausgelöst und wieder eingefroren. Mit Küchengarn wird das Fleisch wieder „in Form“ gebracht. Mit Salz, Pfeffer und Wildgewürz würzen.

Die Rehkeulen auf allen Seiten anbraten und dann im Bräter mit etwas Wildfond für 90 Minuten mit geschlossenem Deckel in den Ofen geben.

Nach 90 Minuten die Hitze auf 100°C herunterdrehen und weitere 30 Minuten im Ofen lassen.

Ab und zu mit etwas Wildfond aus dem Bräter begießen. Das hätte ich beinahe noch vergessen: Die Soße ist mit 200 g Sahne verfeinert worden. Wir haben die Bräterflüssigkeit für spätere Wildgerichte (z.B. Rehrücken) eingefroren.

Als Beilagen werden Semmelklöße und Blaukraut gereicht.

Donnerstag, 25. November 2010

Geschmortes Rinderherz

Sehr herbstlich ist es zur Zeit. Schneeregen und eiskalter Wind ergänzen sich und wechseln sich ab. Selbst Filou war gestern früh nicht so begeistert vom Gassi Gehen und hatte von sich aus, bei Gegenwind, den Spaziergang abgebrochen. Ab und zu kommt das schon mal vor. Sei es im Hochsommer, wenn es ihm zu warm ist, aber auch bei arktischen Temperaturen. Na ja, böse bin ich ihm da nicht. Vielleicht hat er auch noch genug von seinem Geburtstags-Spaziergang. Er liebt den Baggersee bei Wiesen. So stand er dann am Ufer und legte den Kopf schräg als wollte er fragen: "Wie sieht's aus? Hast Du etwas gegen ein kleines Bad?" Es war immerhin sein Geburtstag und ich sagte nur: "Mach, was Du willst!" Und dann war er drin. Fröhlich bellend wurden wir aufgefordert seinen gelben Tennsball ins Wasser zu werfen, damit er nachschwimmen und ihn holen konnte. Das Spielchen haben wir dann so nach 5 Minuten abgebrochen. Jedes Mal, wenn er aus dem Wasser kam, hatte er sich mal kurz geschüttelt (er war dann trocken und wir nass) und dann anschließend in nassem Kies gewälzt. Er fand es schön. Wir haben ihn nach der letzten Schwimmrunde direkt am Ufer abgefangen, jetzt war er wieder einigermaßen sauber, und haben ein letztes im Dreck Wälzen verhindert.
Durchgefroren zuhause angekommen war dann die Zeit für deftige Genüsse. Ab und zu gönnen wir uns dann etwas Besonderes, ein Stück Rinderherz. Unsere Kinder waren früher nie so begeistert davon. Wir essen es ganz gern.


Zutaten:
1 kg Rinderherz
20 g Butter
Olivenöl
1 frische Knoblauchknolle
2 cm Ingwer
2 mittelgroße Zwiebeln
Salz, Pfeffer
100 ml Rotwein
50 ml Sherry
1 EL Tomatenmark
2 Lorbeerblätter
1 TL milde, rote Currypaste (LiBai)
Hühnerbrühe
1 TL Tapioka
Wasser


Zubereitung:
Das Rinderherz putzen und in mundgerechte Stücke schneiden.

Butter und Olivenöl in einer Pfanne heiß werden lassen und die Herzstücke von allen Seiten anbraten.

Die Knoblauchknolle in der Mitte durchschneiden und mitbraten lassen. Den Ingwer schälen, in Scheiben schneiden und ebenfalls mitbraten.

Die Zwiebeln würfeln und in der Pfanne mitbraten lassen. Salzen und pfeffern.

Mit Rotwein und Sherry ablöschen und einmal aufkochen lassen. Das Tomatenmark, die Lorbeerblätter und die Currypaste dazugeben. Diese „LiBai“-Currypaste kann ich zu Thai-Gerichten nicht verwenden, da sie viel zu mild ist. Dem Rinderherz hat es ein bisschen Würze gegeben.

Etwa 60 Minuten schmoren lassen. Mit etwas Hühnerbrühe auffüllen und evtl. etwas Stärkemehl und Wasser mischen und die Soße damit andicken.

Wir hatten Makkaroni dazu. Ich könnte mir aber auch Reis dazu vorstellen.

Damit sich "Nicht-Hundebesitzer" einmal vorstellen können wie ein "ehemals" blonder Labrador nach dem "im Dreck Wälzen" aussehen kann, zum Schluss noch ein Bild:


Könnt ihr jetzt verstehen, warum wir nach der letzten Schwimmrunde ein Wälzen verhindert haben? Bei aller Liebe: So kommt er mir nicht ins Auto! ;-)

Mittwoch, 14. April 2010

Bratwurst Spezial (3) - Blaue Zipfel

Eine ganz andere Zubereitung wählt man bei den "blauen Zipfeln", die auch "sauere Zipfel" genannt werden. Die Würste werden in einem heißen, saueren Sud gegart. Aber nicht kochen lassen, wenn die Würste im Sud sind. Sie platzen dann leicht auf. Leser aus dem mittelfränkischen oder unterfränkischem Raum werden jetzt sagen: "Das geht ja gar nicht! Da muss man feine fränkische Bratwürste nehmen!" Meine Antwort: "Und wie das geht! Probiert es!" Mit den fränkischen Bratwürsten kann man das natürlich auch machen. Das streite ich nicht ab.

Zutaten:
8 Coburger Bratwürste
1 l Wasser
500 ml Essig
4 EL Zucker
2 TL Salz
2 Zwiebeln
4 Lorbeerblätter
2 Nelken
5 Piment
10 Wacholderbeeren
2 TL Senfkörner

Zubereitung:
Den Sud aus Wasser, Essig und den Gewürzen herstellen, aufkochen und kräftig abschmecken.

Zwiebeln schälen,  in Halbringe schneiden und noch einmal aufkochen lassen.

Die Bratwürste müssen etwa 30 Minuten im Sud ziehen. Der Sud darf jetzt nicht mehr kochen, da sonst die Bratwürste aufplatzen.
 Mit Brot/Brötchen und evtl. etwas Senf warm servieren.


 
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Blog-Event LII - Soulfood - Futter für die Seele (Einsendeschluss 15. Januar 2010)