Sonntag, 17. Januar 2010

Urlaub 2009 - Ditzum

Vorweg, damit das Ganze nicht in einem zu schlechten Bild erscheint. Unsere Vermieter waren supernett und haben alles getan um uns unseren Aufenthalt so schön wie möglich zu machen. Mit deren Schwiegersohn habe ich 2006 sehr gut zusammengearbeitet und wir haben uns auch privat bestens verstanden!

1. Tag
Ziemlich pünktlich ging es heute Morgen (Anm.: August 2009) ab. Tabletten vergessen! Noch einmal zurück, aber dann ging’s los Richtung Ditzum/Ostfriesland. Die A 73 hoch, an Erfurt vorbei, über Sondershausen und Nordhausen, doch halt! Baustelle! Gut, dann eben mitten durchs Harz. Wenn man Zeit hat und den Nationalpark Harz genießen kann, dann ist dieser Abschnitt ein Erlebnis! Die Serpentinen rauf und wieder runter – Bilderbuchwetter – es ist Urlaub!
Kein einziger Stau auf bundesdeutschen Autobahnen. Nur ein paar Doofe sind unterwegs, die meinen, wenn  man bei 160 auf 1 Meter auffährt, dann geht’s schneller. Aber es ist Urlaub und sie brauchen nicht einen meiner Finger auszuwählen („Sag doch mal „Stopp““). Es ist ja Urlaub!
Je weiter wir an unser Ziel kommen, desto idyllischer wird es. Mit dem letzten Tropfen Diesel erreichen wir unser Ziel.  Die nette, ältere Dame zeigt uns unser Feriendomizil für diese Woche. Tolles Wetter hatten sie bis jetzt. Ja, das möchten wir auch!
Schnell noch ein paar Grundnahrungsmittel im Laden mit dem großen „E“ eingekauft. Dann geht es nachhause. Erst jetzt merke ich wie platt ich bin.  Ein dunkles, fränkisches Bier aus dem Privatbestand und schon bricht die Müdigkeit herein. Morgen wollen wir die ostfriesische Küste abfahren. Wir sind schon gespannt.

2. Tag
Welch eine Enttäuschung! Schon vor 20 Jahren waren wir mit unseren Kindern in Neuharlingersiel und Bensersiel. Damals waren wir begeistert! Spaziergänge am Wattenmeer, auf dem Deich, Drachensteigen usw.! Dieses Jahr waren wir quasi auf der Revival Tour. Gut im August ist es immer etwas überladen! Trotzdem fanden wir in Neuharlingersiel am Hafen einen Parkplatz. Aber schon standen wir  vor dem Schilderwald: Essen verboten, Inlinerfahren verboten, Hunde verboten. Spätestens jetzt hätten selbst Aliens gemerkt, dass sie in Deutschland angekommen sind – Tourismuswüste Deutschland!
3,50 € für die Stunde Parken, ein Matjeshering 3,50 € - ein Mittagessen mit etwas Fisch und ein paar gekochten Kartoffeln 26,95 € im Angebot – ja, hier werden nicht nur Schollen ausgenommen.
Am meisten habe ich mich aber darüber geärgert, dass man als Hundebesitzer wohl besser zuhause geblieben wäre. Aus „hygienischen“ Gründen sind auf dem Deich und am Watt keine Hunde erlaubt. Das führt so weit, dass man über eine Stiege klettern muss um dann den Deich hochlaufen zu können. Auch Behinderte sind wohl hier nicht so erwünscht! Ja, diese Region möchte wohl nur teetrinkende, nicht sabbernde Rentner, die versprechen aus hygienischen Gründen nicht auf den Deich oder ins Watt zu scheißen. Nächstes Mal geht’s dann doch wieder Richtung Dänemark. Wie erfrischend unkompliziert das doch ein paar Kilometer weiter sein kann!
Noch was zur Service-Landschaft in Deutschland – Um 17.54 Uhr erreichten wir, wir dachten gerade noch vor Geschäftsschluss, den EDEKA-Markt in Ditzum. Gerade noch rechtzeitig? Haste gedacht! Der Laden war schon zu. Es waren zwar noch Kunden im Geschäft, den Eingang hatte man jedoch bereits verbarrikadiert. Nein, Du kommst hier nicht rein! Da wollte wohl das Ditzumer Personal den Feierabend überpünktlich feiern. Hier werden zwar Lebensmittel geliebt, aber noch mehr der pünktliche Feierabend. Heute passt schon alles zusammen!

3. Tag
Heute ging’s ein paar Kilometer südlich nach Cloppenburg ins Museumsdorf. Die Hundefreundlichkeit schon gewohnt, rief ich erst mal dort an. Alles mit Leine darf sogar umsonst rein. Ich wollte auch mit Leine rein, bin ich ja gewöhnt! Uups, das sollte ich ja nicht verraten! Ein schöner Tag zwischen mittelalterlichen bis alten Bauernhöfen bei herrlichem Wetter! 
Schulklassen, Kindergärten und wir! Mit museumspädagogischen Aktivitäten wie töpfern, backen und mehr. Sehr interessant. Wir haben uns gleich einen mehr als leckeren Butterkuchen und ein Brot mitgenommen. So soll es auch schon vor 300 Jahren gebacken worden sein.
Am späteren Nachmittag haben wir Krabben gepuhlt, ein ganzes Kilo. Lecker mit Brot und Rührei, man gönnt sich ja sonst nichts!

4. Tag
Weener ist eine kleine ostfriesische Stadt mit einem Sielhafen. Boote aus dem 19. Jahrhundert liegen hier fahrbereit im Hafen. Sehr schön anzusehen, diese Oldtimer. Wie viel Arbeit da in der einen oder anderen Restauration steckt! Da bekommt man fast Fernweh! 
An einer Staustufe war’s dann wieder so weit! Hunde nicht erlaubt! Ich finde es maßlos traurig, wie viele Einschränkungen man hier als Hundebesitzer erhält! Ob ich jemals noch einmal auf den Gedanken komme, diese Gegend zu besuchen, ist mehr als fraglich. 
Morgen werden wir deshalb nach Holland flüchten. Mal sehen, ob es da besser klappt!
Am Nachmittag haben wir noch einmal Ditzum unsicher gemacht. Das kleine Fischerdorf liegt sehr idyllisch, die Straßen bzw. Gassen sind verklinkert. Es sieht schön aus und passt hierher. 
Der ortsansässige Fischhändler erhielt einen Besuch von mir. Frischer Räucherfisch und Kabeljaufilets sollten es sein. Am Abend verwöhnten wir uns dann mit einem Räucherfischteller. Makrele, Heilbutt und Krabben satt mit einem Butterbrot. Ich könnte drin versinken.


5. Tag
Bei etwas Nieselregen fuhren wir heute Morgen los. Die Fahrstrecke lag abseits und war wunderschön. Interessant wie sich die Häuser nach der holländischen Grenze änderten. Die Bauernhöfe waren richtig prunkvoll mit Säulen und Ornamenten. War schon interessant. Wir hatten uns einen kleinen Hafen im Norden Hollands ausgesucht. Aber es dauerte wieder nicht lange bis wir dort ein Hundeverbotsschild entdeckten. 
Auf der Heimfahrt noch schnell getankt (Diesel 0,989 €) und ein Matjes-Brötchen. Das war’s, Holland. Heute werden wir uns den Kablejau mit Kartoffeln schmecken lassen. Wenn der lecker Fisch nicht wäre …

6. Tag
Heute sollte der schönste Tag werden. Ist ja oft so, das Beste kommt am Schluss!
Wir besuchten einen guten Freund, der uns schon zum Frühstück einlud. Eine sehr nette Frau, zwei liebe Kinder und zwei gut erzogene Hunde, ein leckeres Frühstück!
Höhepunkt sollte eine Kutschfahrt werden. Nachdem  4 Erwachsene, 2 Kinder und ein Hund transportiert werden mussten, wurde erst einmal die Deichsel an eine andere größere Kutsche montiert. Dann holten wir zwei wunderschöne Pferde von der Koppel und los ging’s. Die Kutschfahrt sollte nach Bourtange, einer herrlich gelegenen Festung in Holland,  gehen. 
Über uns die Wolke wurde immer schwärzer und schließlich lief mir im Kragen das Wasser hinein und ich möchte Euch gar nicht erzählen, wo es, auf welchem Weg, wieder rauskam. Im wahrsten Sinne des Wortes ein Schlag ins Wasser!
Kurz umdisponiert! Die Pferde zurück in den Stall und schon saßen wir in zwei Autos. Weit war es ja nicht! 10 Minuten und wir waren in einer anderen Welt! Kein Regen! Mitten im Moor eine Festung. Früher der einzige Weg um nach Westen zu kommen.




Die Zeit verging wie im Flug! Bei meinem Kollegen Felix und seiner Familie möchte ich mich für den sehr schönen Tag bedanken.

7.Tag
Am nächsten Tag ging es wieder nach Hause. Mit Navi natürlich. Über Bielefeld – Paderborn. Laut Navi immer Autobahn. Die ist jetzt plötzlich zu Ende, sagt das Verkehrsschild, nicht das Navi! Mehr als seltsam. So kommt der gute, alte ADAC-Atlas wieder zum Einsatz. Hauptsache wieder gut angekommen und einige Erfahrungen reicher!

Mein Fazit: Ostfriesland ist unter diesen Bedingungen kein lohnenswertes Reiseziel für uns! Entlang der deutschen und holländischen Nordseeküste scheint ein flächendeckendes Verbot für Hunde zu gelten. Für uns ist Urlaub ohne Hund kein Urlaub, deswegen werden wir im nächsten Jahr wieder nach Dänemark fahren. Ich hätte Verständnis dafür, dass man Hunde nicht in der Nähe der Deichschafe frei laufen lässt, aber ein generelles Verbot ist für mich diskriminierend! Meinen netten Kollegen Felix und seine Familie werde ich aber gern wieder besuchen!

Kommentare:

  1. Komisch, in Bodenmais hat es kein Strandschild, an dem "Hunde verboten" angeschlagen ist. Versucht es doch mal da ;-)

    Eine ähnliche erfahrung haben wir aber auch bei Friedrichskoog gemacht. Die sehen uns auch nie wieder.

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  2. Schon mal Gedanken darüber gemacht, warum das mit den Hunden am/auf dem Deich so ist?
    Das hat nicht unbedingt etwas mit Deutschland zu tun. Das ist in Frankreich, Belgien, Holland, Dänemark, pp. genauso! Halt überall wo Deiche und Schafe!!!!!! sind.
    Vielleich mal nachdenken, nachsehen oder fragen, bevor man so einen Unsinn verfasst.

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  3. @Anonym:
    Erst einmal, ich liebe es, wenn sich jemand feige in der Anonymität versteckt. Dann: Es ist z.B. in Dänemark eben nicht so. Hunde an der Leine sind hier kein Problem. Was soll da passieren? Und jetzt die Preisfrage für Deichschafexperten: Ein leinenführiger, gut erzogener Hund - was soll es da für Ärger geben? Also wenn ich von Hunden keine Ahnung habe, halte ich mich etwas zurück. Dieser Bericht soll natürlich als Warnung für Hundebesitzer sein. Man kann seinen Urlaub auch in hundefreundlicheren Gegenden/Ländern verbringen.Das werden wir in Zukunft tun.

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  4. Hallo, ich frage mich, wo dieser Hundespezialist das Land pp. gefunden hat? Kennt das jemand außer ihm? *sfg* Wir fahren im Oktober nach Ditzum und sind gespannt wie es dort sein wird. An der Küste um Dornum, Neuharlingersiel und Carolinensiel waren wir schon vor 5 Jahren. Da konnte man auch nicht auf den Deich mit Hund. Aber wir hoffen, dass man im Hinterland doch ein Plätzchen zum Spazieren finden wird.

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  5. Viel Spaß in Ditzum. Ein paar Spazierwege gibt es schon. Nur muss man hier, insbesondere an den Kuhweiden, auch auf Elektrozäune achten. Wir waren eben unter anderen Voraussetzungen dort. Wir haben außerdem eine "Wasserratte" und wollten ihn viel schwimmen lassen. Das war eben nix.

    Schönen Urlaub wünschen
    Filou und Peter

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  6. Hallo Peter, über nen Tipp bezüglich ein paar Orten zum Spazieren würde ich mich schon freuen. Wir sind genau gesagt in Ditzumerhammrich untergebracht. Ich habe unter anderem gelesen, dann man bei dem alten Bohrturm am Dollard auch bei Flut surfen darf und es einen befahrbaren Weg zum Strand gibt. Gilt dort auch das Hundeverbot?

    Gruß vom Michael

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  7. @ Michael Wagner:
    Cloppenburg, Weener und Bourtange waren nicht schlecht. Wir haben dann einige Spaziergänge hinter dem Deich gemacht. Wir haben für Filou dann noch einmal einen Einkaufsbummel bei Schecker gemacht. Wir haben einen "schwimmsüchtigen" Labbi, waren bisher verwöhnt durch viele Dänemark-Urlaube,und hatten gehofft mal bis ans Wasser zu kommen. Deswegen vielleicht auch der Frust. Ich wünsche Euch einen angenehmen, erholsamen Urlaub.

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  8. ditzum ist cool - für alle - hunde, katzen und Menschen - und ganz besonders für Schaaafe

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Blog-Event LII - Soulfood - Futter für die Seele (Einsendeschluss 15. Januar 2010)